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Die Wahlen 1932

 

Eine Woche vor dem ersten Wahlgang zu den Reichspräsidentenwahlen am 13. März 1932 mobilisiert die Eiserne Front ihre Anhänger. Von der Gaststätte Zur Post (Lindenring) marschiert der Propagandazug mit Musik stadtauswärts. Er wirbt für die SPD, die zusammen mit der Deutschnationalen Partei den Kandidaten Hindenburg unterstützt. In Vorbereitung der Präsidentenwahlen entstand ein Hindenburgblock (SPD, DVP, DStP, Zentrum, BVP).

 

Erich Behnke (10. 8.1893 - 16.11.1977) wurde als Sohn eines Schlossers in Berlin geboren und absolvierte eine kaufmännische Lehre. 1910 Mitglied der Gewerkschaft. Seit 1912 Mitarbeit in der Sozialistischen Arbeiterjugend. Weltkriegsteilnehmer. 1920 Beitritt zur KPD. Ab 1926/27 Sekretär des KPD-Unterbezirks Bitterfeld. 1924-1933 Stadtverordneter in Wittenberg und Halle. Von 1927 bis zu seiner Verhaftung im April 1933 Redakteur der KPD-Zeitung Klassenkampf. 1937 Haft im KZ Lichtenburg.

 

Vier Tage später zündet Chefredakteur Erich Behnke von der KPD-Tageszeitung Klassenkampf (Halle) im Schützenhaus seine rhetorischen Brandraketen gegen Hindenburg und wirbt für Ernst Thälmann (KPD).

Der KPD-Kandidat für die Reichspräsidentenwahlen, entgegnet die SPD, hat nicht die geringste Chance.

Wer für Thälmann stimmt
wählt Hitler
, instruiert beispielsweise am 3. März 1932 der Lübecker Volksbote seine Leser.

 

"....eine lebensgefährliche Formel" (Carl von Ossietzky)
Zum ersten Wahlgang der Reichspräsidentenwahl

Vom SPD-Vostand ergeht mit dem Aufruf vom 27. Februar 1932 folgende Direktive an die Wähler:

Schlagt Hitler!
Darum wählt Hindenburg!

Für die SPD war Hindenburg, tut Preussens Ministerpräsident Otto Braun am 10. März 1932 im Vorwärts (Berlin) kund: "Die Verkörperung von Ruhe und Stetigkeit, von Mannestreue und hingebender Pflichterfüllung für das Volksganze ….." der "bewiesen hat, dass sich alle die auf ihn verlassen können, die Deutschland vor dem Chaos bewahren und …. aus dem jetzigen Wirtschaftselend wieder aufwärts führen wollen."

 

Von wannen kommt den Herren dieser Wissenschaft?

"Man muss festhalten: die Stimme für Thälmann bedeutet kein Vertrauensvotum für die Kommunistische Partei und kein Höchstmaß von Erwartungen. Linkspolitik heißt, die Kraft dort einsetzen, wo ein Mann der Linken im Kampfe steht. Thälmann ist der einzige, alles andre ist mehr oder weniger nuancierte Reaktion. Das erleichtert die Wahl.

Die Sozialdemokraten sagen: Hindenburg bedeutet Kampf gegen den Faschismus. Von wannen kommt den Herren dieser Wissenschaft? Der Kandidat betont nur seine Überparteilichkeit, in Sturmzeiten eine lebensgefährliche Formel."

Carl von Ossietzky: Gang eins. Die Weltbühne. Berlin, 1. März 1932

 

Die KPD warnt:

Wer Hindenburg wählt, der wählt Hitler, wer Hitler wählt, der wählt Krieg!

Die Harzburger Front war zerfallen, DNVP und Stahlhelm unterstützen Hitler bei der Reichspräsidentenwahl nicht mehr. Im Naumburger Wahlkreis präsentiert der Stahlhelm den hier beliebten Stahlhelmführer Theodor Duesterberg als Kandidaten.

Am 12. März antwortet die NSDAP-Kreisleitung Naumburg öffentlich:

"Schluss jetzt!
Alles wählt Adolf Hitler."

"Keine Stimme für Duesterberg."

86 Prozent der Wahlberechtigten bewegen sich am 13. März 1932 deutschlandweit zur Abstimmungen an die Urne. In Naumburg Stadt beziehungsweise Wahlkreis Merseburg erhalten Paul von Hindenburg 49,6 / 33,1, Adolf Hitler 30,2 / 31,5 und Ernst Thälmann 13,2 / 23,2 Prozent der Stimmen.

Von den 19 457 Naumburger Wahlbürgern entscheiden sich 5 110 für den gemeinsamen Kandidaten von Stahlhelm und Kyffhäuserbund Theodor Duesterberg. 5 742 kreuzen Hindenburg (SPD, DVP, DStP, Zentrum) an. Gustav Winter aus Großjena erhält 48 Stimmen.

 

Ergebnisse der Reichspräsidentenwahl am 13. März 1932 in Naumburg (Stadt)
           
           
Duesterberg
Hindenburg
Hitler
Thälmann
Winter
zersplittert
5 110
5 742
6 478
2 127
48
155

 

Zur Reichstagswahl 1930 hätte das Hindenburg-Wahlbündnis etwa 7 300 Stimmen erhalten. Die Zahl der Hitler-Wähler steigt von 5 902 Personen zur Reichstagswahl 1930 auf 6 478 im März 1932. Der Zuspruch für die KPD sinkt im gleichen Zeitraum von 2 268 auf 2 127 Wähler.

Wer hat gesiegt? Darauf gab es bisher keine Antwort, schätzt Carl von  Ossietzky am 22. März 1932 in der Weltbühne die Lage ein. Und trotzdem: "Die Hindenburger feiern ..... Und am lautesten jubilieren wieder die Etappenschweine der politischen Linken, die sich seit September Dreissig still verhielten und sich in ihren freundlichen Winterquartieren schon eine neue Fahne nähen ließen, um sie beim Herannahen der facistischen Truppen aufzuziehen."

"Im Ganzen ist also in der Stadt Naumburg seit 1930 eine ganz erhebliche Verschiebung nach rechts eingetreten," beurteilt die Stadtzeitung die Abstimmung, "jedenfalls zeigt das Ergebnis, dass trotz der stärkeren Wahlbeteiligung die Sozialdemokraten und Mittelparteien bedeutend zurückgegangen sind." Das deutschnational ausgerichtete Naumburger Tageblatt ist zufrieden und stellt zwei Tage nach der Wahl heraus:

"Bei der Sozialdemokratie hat sich eine durch Jahrzehnte geübte Parteidisziplin zweifellos gut bewährt. Die Sozialdemokratie hat bewiesen, dass sie politische Schwenkungen größten Ausmaßes nahezu mühelos durchführen kann."

"Die Sozialdemokraten haben für Hindenburg gestimmt," konstatiert Carl von Ossietzky, "weil die Partei es so befahl." Und trotzdem müssen wir all diesen glücklichen Menschen, mahnt er, eine Denkaufgabe zumuten: "Die verschiedenen Teilnehmer des Hindenburgblocks [SPD, DVP, DStP, Zentrum, BVP, Kyffhäuserbund] müssen jetzt endlich erklären, was sie eigentlich wollen."

 

Zweiter Wahlgang der Präsidentenwahlen

Im ersten Wahlgang der Präsidentenwahlen erreichte kein Kandidat die absolute Mehrheit, weshalb ein weiterer Wahlgang notwendig wird. Immerhin hatten die Sozialdemokratie dem alten Marschall einen gewaltigen Vorsprung gesichert.

Im zweiten Wahlgang am 10. April verbessert Hindenburg sein Ergebnis auf 53,1 (49,2) Prozent. Adolf Hitler erreicht 36,7 (30,1) Prozent. Ernst Thälmann erhält mit 10,2 (13,2) Prozent diesmal deutlich weniger Stimmen als am 13. März.

Nach ihrer Zusammenarbeit im Hindenburg-Block, erklärt noch im April 1932 der Vorsitzende des hiesigen Kreisvereins der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) in Vorbereitung der Preussenwahl die SPD [ 1, 2, 3, 4] zum Hauptfeind.

 

 

Ein Duell zwischen Republik und Facismus:
Die Wahlen zum Preußischen Landtag

Zur Preussenwahl im April 1932.

Volksstimme, Magdeburg, den 19.04.1932, Seite 3. Name des Zeichners unbekannt.

Der dritte Gang im

"Duell zwischen Republik
und Facismus" (Ossietzky)

sind die bevorstehenden Wahlen zum Preussischen Landtag am 24. April 1932.

Zwölf Tage vor dem Wahltermin rückt Heinrich Bachmann (1903-1945) aus Halle (Saale) zur Versammlung der NSDAP-Ortsgruppe Naumburg an. Mit harten und zum Teil unsachlichen Angriffen auf die SPD forciert er den Wahlkampf: "Das Volk hat genug von 13 Jahren sozialdemokratischer Politik. Die Bilanz ergibt ein erschütterndes Bild: Ein ausgehungertes Arbeitertum, der Mittelstand zugrunde gerichtet, die Landwirtschaft durch Steuerbolschewismus enteignet." Der Gaubetriebszellenobmann und Kreisvorsteher des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes (DHV) im Kreis Halle-Wittenberg kündigt an: "Am 24. April wird abgerechnet; dann werden mit der Vorherrschaft der SPD auch jene Beamte ohne berufliche Vorbildung" verschwinden.

Für die DNVP spricht am 20. April in Naumburg Bruno Doehring (1879-1961), Prediger am Berliner Dom, Erfinder der Weltkriegspredigt und Vertreter der Dolchstoßlegende, auf einer öffentlichen Kundgebung.

Von 18 441 Wahlbürgern stimmen am Tag der Landtagswahlen i n  N a u m b u r g  8 521 für die NSDAP. Damit erhielt sie 2 619 Stimmen mehr als zu den Reichstagswahlen 1930 und 6 483 mehr als bei den Landtagswahlen 1928. Ihr Stimmenanteil erhöhte sich damit von 6,3 im Jahr 1928 auf 46,2 Prozent 1932. Von den Deutschnationalen und Teilen des liberalen Bürgertums liefen viele zu den Nationalsozialisten über. I n  P r e u s s e n stieg ihr Stimmenanteil im gleichen Zeitraum von 1,84 auf 36,67 Prozent. (Allerdings scheiterte die Bewerbung des Naumburger NSDAP-Kreisleiters Friedrich Uebelhoer im Wahlkreis 11 (Merseburg) um ein Landtagsmandat.)

Auf  L a n d e s e b e n e  beträgt der Verlust der SPD im Vergleich zu den letzten Landtagswahlen rund 790 000 Stimmen, während die KPD 63 700 und NSDAP 7 744 000 Wahlzettel für sich mehr auszählen konnten. I n  N a u m b u r g  sinkt die Zustimmung für die SPD und KPD im gleichen Zeitraum von 19 auf 15,4 Prozent beziehungsweise von 11,7 auf 9,7 Prozent. Ob des Triumphs der NSDAP, bedeutet das Wahlergebnis eine aller ernsteste Mahnung an die Arbeiterparteien, ihre Politik neu auszurichten und die Fehler zu korrigieren.

 

 

Zu den Ergebnissen
der Landtagswahlen in Preussen am 24. April 1932

unter besonderer Berücksichtigung der Stadt Naumburg

 
 
DNVP
NSDAP
SPD
KPD
SAP
DVP
Zent.
WP
DDP
Andere
Gesamt
                 
DStP
   

Ergebnisse Landtagswahlen Preussen 1928 und 1932 in Prozent

   20.5.28
    [Prozent] 

17,38
1,84
29,00
11,87
 
8,5
14,53
4,51
4,40

Wahlbe.: 76,39%
Wähler: 19213054

   24.4.32
    [Prozent]

6,98
36,67
21,19
12,89
 
1,50
15,28
0,87
1,51

Wahlbe.: 82,10%
Wähler: 22192987

                     
Sitzverteilung nach Landtagswahlen Preussen 1928 und 1932
   20.5.1928
82
6
137
56
 
40
68
21
22
450 Sitze zu vergeben
   24.4.1932
31
162
94
57
 
7
67
 
2
423 Sitze zu vergeben
                       
 Ergebnisse Reichstagswahlen 14. September 1930 - Naumburg Stadt

  14.9.1930

3437
5902
3149
2268
 
1131
269
1534
447
714
18851

   Prozent

18,2
31,3
16,7
12,0
 
6,0
1,4
8,1
2,4
3,8
100
                       
 Ergebnisse Landtagswahlen Preussen 1928 und 1932 - Naumburg Stadt

   20.5.28

4677
1038
3150
1939
VR
1743
210
2523
807
Vnb
16598
     Prozent
28,2
6,3
19,0
11,7
2,9
10,5
1,3
15,2
4,9
0,2
100
                       

   24.4.32

3920
8521
2844
1795
62
447
260
72
251
269
18441
     Prozent
21,3
46,2
15,4
9,7
0,3
2,4
1,4
0,4
1,4
1,5
100
                       
 Ergebnisse Landtagswahlen Preussen 24. April 1932- Naumburg Land

  24.4.1932

1690
6148
1236
749
44
101
31
51
63
207
10320

   Prozent

16,4
59,6
12,0
7,3
0,4
1,0
0,3
0,5
0,6
2,0
100

 

Abkürzungen: WP - Wirtschaftspartei, DStP - Deutsche Staatspartei (bis November 1930 Deutsche Demokratische Partei), Zent. - Zentrum, VnB - Völkisch-nationaler Block, VR- Volksrechtspartei

 

 

Die Zustimmung zur Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) sank bei dieser Wahl i m  L a n d von 17,4 auf 7 Prozent und in Naumburg von 28,2 (4677) auf 21,3 (3920) Prozent.

Durch die Radikalisierung der bürgerlichen Mitte, Schwächung der Arbeiterparteien, weitere Ausprägung nationalistischer Tendenzen und den Aufstieg der NSDAP zur Volkspartei veränderte sich das politische Kräftepolygon. Gelingen den Arbeiterparteien die erforderlichen Kurskorrekturen?

Unter dem Eindruck der ökonomisch persistierenden Wirtschaftskrise war es naheliegend, die Ergebnisse der ´32er Preussen-Wahl, speziell das Wahlverhalten der Arbeiterschaft, als Reaktion auf die im Alltag herrschende Verzweiflung zu interpretieren. In dieser Perspektive erschien dann die Radikalisierung der Mitte als Ausdruckstanz ihrer Existenznöte und Abstiegsängste. Diese Herangehensweise ist verständlich, wenn man auf die Statistik Arbeitslosengeld- und Unterstützungsempfänger in Naumburg 1931 und 1932 blickt. Aber sie ist trotzdem einseitig, weil sie die politischen, ideologischen und kulturellen Ursachen vernachlässigt. Und da sah es überhaupt nicht gut aus.

 

Arbeitslosengeld- und Unterstützungsempfänger
in Naumburg 1931 und 1932
     
 
1. März 1932
1931
     

Arbeitslosenunterstützungsempfänger

972
2 367

Krisenunterstützungsempfänger

835
1 260

Wohlfahrtserwerbslose

3 548
2 436

Sonstige Unterstützungsempfänger

745
504

Kleinrentner

384
434

Sozialrentner

690
834

Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene

5 216
5334
 
12 390
13 169

 

Für 5 267 Personen muss die Stadtverwaltung Naumburg per 1. März 1932 finanzielle Mittel zum Lebensunterhalt aufbringen. Zu diesem Zeitpunkt erhalten

40 Prozent der Gesamtbevölkerung

der Stadt Naumburg öffentliche Mittel zum Lebensunterhalt.

Quelle: Sprechende Zahlen, 1932

 

 

Die ökonomiezentrierte Auswertung der ´32er Preussen-Wahl legte die Annahme nah, dass die Krise der Gesellschaft mit dem Ende der Wirtschaftskrise verschwindet. Es entlastet die Entscheidungsträger von der Aufgabe, tiefgreifende Änderung der politischen Strategie vornehmen zu müssen. Der Ökonomismus kalkuliert ohne die in weiten Bevölkerungskreisen dominierende nationalistische Denkweise, verkennt die Tendenzen zum Sozialdarwinismus in der Gesundheits- und Altenpflege, kümmert sich wenig um den völkisch, nationalistisch und deutschnational geführten Abwehrkampf gegen die Moderne in der Kunst und lässt die im Volk weit verbreitete Sehnsucht nach dem Führer unbeachtet. Am 5. März 1933 erfolgte die Übergabe der staatlichen Institutionen an Hitler, Gefolgsleute und Koalitionäre. Doch der Nationalsozialismus von unten hatte schon lange vorher die Hirne weiter Bevölkerungskreise erobert. Oder wie Carl von Ossietzky Zum Leipziger Parteitag im Juni 1931 über die SPD-Vorstellungswelt schrieb, sie war "in Wahrheit die einzige, die noch ganz und gar in der Illusion des allerbravsten Ordnungsstaates lebte. Sie behauptet, die Demokratie durch Unterstützung Brüning retten zu wollen, aber sie verkennt dabei, das die Demokratie unter Brüning zur Fiktion, das Parlament zur Attrappe geworden ist."

Die hervorstechendste politische Ursache für die Wahlniederlage der SPD in Preussen war die Tolerierung des Brüning-Kabinetts, ihrer Notverordnungen und Deflationspolitik zu Lasten der Lohn- und Gehaltsabhängigen.

"Der Konflikt, der in der Gründung der SAP gipfelte, begann am 20. März 1931: Die SPD enthielt sich, um Brüning zu retten, bei der Abstimmung über den Panzerkreuzer B der Stimme - eine schwierige Entscheidung, wenn man bedenkt, daß der Panzerkreuzer A im Herbst 1928 die Sozialdemokraten zu einem Aufstand gegen ihren eigenen Kanzler, Hermann Müller, getrieben hatte." (Winkler 1992, 8)

Die Tolerierungspolitik schwächte die Gewerkschaften. Eine Massenbewegung konnte (und sollte) gegen die Notverordnungen nicht entstehen. Die Tolerierung von Brüning brachte auch die Aufstellung von Paul von Hindenburg als Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen 1932 mit sich, die vom Reichskanzler initiiert. Ein Monarchist an der Staatsspitze der ersten deutschen Demokratie, die freilich zu diesem Zeitpunkt eigentlich nicht mehr existierte, war an sich schon verhängnisvoll genug.

Einen wichtigen Aspekt zur Wahlniederlage der Arbeiterparteien analysierte 1931  Bernhard Düwel in Einheit der Aktion und Parteidisziplin (7), wenn er feststellt, dass es den nationalistischen, völkischen und alldeutschen Kräften gelang, die Schuld für die tiefe Wirtschaftskrise auf die ausländischen Tributaussauger abzuwälzen. Symbolisch hierfür der Sterbende Löwe, der seit 1926 auf dem Denkmalsockel für die Gefallenen vom Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV) gegen Westen brüllt. Zur Wahlversammlung der Deutschnationalen Volkspartei am 11. Mai 1928 in Naumburg verkündet ein Redner:

"… das Unglück kommt von unseren Feinden".

So konnte, schlussfolgert Bernhard Düwell, die Unzufriedenheit der Angestellten, Beamten, der vom Monopolkapitalismus in das Proletariat niedergedrückten Volksschichten gegen die ausländischen Tributzahlungen und Demokratie, also die sie tragenden Parteien, vornehmlich die Sozialdemokratie, die als Träger der Erfüllungspolitik erschien, gelenkt werden.

Während die SPD eine ausserordentlich ernste Niederlage erlitt, offenbarte das Wahlergebnis der KPD, trotz Steigerung des Stimmenanteils von 11,87 Prozent (2 237 160) auf 12,89 Prozent (2 845 306), eine erschreckende Unfähigkeit, die von der Tolerierungspolitik und dem Rechts-Reformismus enttäuschten Teile der Arbeiterschaft für sich zu gewinnen. Und doch hing jetzt, streng wahlarithmetisch betrachtet, die "parlamentarische Zukunft Preussens von den Kommunisten" (Ossietzky) ab. Was löste dies aber in den betreffenden bürgerlichen Kreisen aus, wenn die KPD in der Programmerklärung zur nationalen und sozialen Befreiung des deutschen Volkes am 24. August 1930 ankündigte, die Schmarotzer, Grossindustriellen, Junker und bürgerlichen Politiker mit "eisernen proletarischen Besen" hinwegzufegen? Man kann es drehen und wenden wie man will, den Sozialdemokraten und Kommunisten musste die `32er Preussen-Wahl eine ernste Aufforderung zur politischen Kurskorrektur sein. Das betraf besonderd ihr Verhältnis zueinander. Carl von Ossietzky mahnte:

"Ich frage euch Sozialdemokraten und Kommunisten: - werdet ihr morgen überhaupt noch Gelegenheit zur Aussprache haben? Wird man euch das morgen noch erlauben?"

 

Zum Verhältnis von Nationalsozialisten
und Deutschnationalen in der Stadt Naumburg

Den DNVP-Wahlkampf `32 in Naumburg führt der Vorsitzende des Kreisvereins der Deutschnationalen Volkspartei Doktor Wolfgang Schöbel (Herrenstraße 2). Das Amt übernahm er erst am 10. Juli 1931 von Oberlandesgerichtsrat Kosack.

Die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) ist eine antisemitische und -sozialistische Organisation, die über eine mächtige Propagandamaschine verfügt (Stichwort Alfred Hugenberg). Gemäss ihren Grundsätzen bekennt sie sich aus Anlass der Wahlen zum Preußischen Landtag am 20. Mai 1928 zur "monarchistischen Staatsform", weil sie der "Eigenart" und "geschichtlichen Entwicklung Deutschlands" entspricht. (Vgl. Grundsätze) Die "nationale Opposition" (Hugenberg in Stettin, September 1931) ist mit Georg Schiele in Naumburg parlamentarisch, personell und organisatorisch stark vertreten.

Zusammen mit der NSDAP fischen die Deutschnationalen bei den Reichstagswahlen am 5. März 1933 in Naumburg 71,5 Prozent der Stimmen ab. Nach der Kommunalwahl am 12. März 1933 regiert der nationalsozialistisch-deutschnationale Machtblock die Stadt. Immer wieder erreicht die DNVP bei den Reichstags- und Landtagswahlen in Naumburg (Saale) ein weit über dem Durchschnittswert des Landes liegendes Ergebnis:

Reichstagswahlen 4. Mai 1924
DNVP: Naumburg Stadt 31 Prozent, Reich 19,5 Prozent.

Reichstagswahlen 7. Dezember 1924
DNVP: Naumburg Stadt 40,4 Prozent, Reich 20,5 Prozent.

Landtagswahlen Preussen 7. Dezember 1924
Naumburg Stadt: 43,5 Prozent.

Reichstagswahlen 20. Mai 1928
DNVP: Naumburg Stadt 28,2 Prozent, Reich 14,2 Prozent.

Reichstagswahlen 31. Juli 1932
DNVP: Naumburg Stadt 19,7 Prozent, Reich 5,9 Prozent.

Reichstagswahlen 6. November 1932
DNVP: Naumburg Stadt 31,1 Prozent, Reich: 8,8 Prozent.

 

In Naumburg führt den Wahlkampf für die Nationalsozialistische Partei Deutschlands Friedrich Uebelhoer.

Im Stadtleben demonstrieren DNVP und NSDAP einen hohen Grad der Übereinstimmung. "Deshalb rufe er", so Doktor Friedrich Everling (1891-1958) von der DNVP auf einer Versammlung am 14. April 1932 in Naumburg, "auch den Nationalsozialisten zu, die ja mit den Deutschnationalen in der Harzburger Front ständen, man solle aufhören, gegeneinander zu stehen. Sie allein könnten es nicht schaffen." (Schöbel/Everling)

Oberleutnant a. D. von Loewenfeld wechselt auf der NSDAP-Versammlung im April 1932 von der DNVP zur Hitlerpartei über. "Seit dem November 1918 sei er Gegner des Systems," verbreitet ein Zeitungsbericht. "Im Jahre 1920 habe er sich nach dem Ausscheiden aus dem Heeresdienst der Deutschnationalen Volkspartei angeschlossen, die damals den gesunden deutschen Kern bildet. Da dieser Partei aber der Führer gefehlt habe, habe sie versagt und dem Dawesplan zur Annahme verholfen. Als Hindenburg dann die Führung übernahm, sei er der Partei wieder beigetreten. … Er wisse, daß sich noch eine große Zahl guter Deutscher in der DNVP befänden ..." (NSDAP 23.4.1932)

Bereits das Programm der DNVP von 1924 offenbart essentielle Gemeinsamkeiten mit der NSDAP. Beide Parteien wollen die "Wehrhaftmachung" in den Dienst der Aufrüstung stellen, weshalb es notwendig, eine Jugend mit dem Opfermut von 1914 zu erziehen. Hierzu fordern sie den "wahrhaft deutschen Geschichtsunterricht" (DNVP) mit Dolchstoßlegende, moralisch-politischer Aburteilung der Novemberverbrecher und was sonst noch zur Diskriminierung der Republik geeignet ist. Deutschnationale und Nationalsozialisten streben die Revision der Grenzen an. Ein halbes Jahr nach der Machtübernahme, weihen der Stahlhelm und die Nationalsozialisten im Bürgergarten das Langemarck-Denkmal ein. In Saaleck widmet am 29. Oktober 1933 die extreme Rechte den Mördern des deutschen Außenministers Walter Rathenau einen Gedenkstein.

 

 


Gemeinsamkeiten und Unterschiede
von NSDAP und DNVP
im Wahlkampf 1932
in Naumburg an der Saale


     DNVP
                   NSDAP


G   e   m   e   i   n   s   a   m   k   e   i   t   e  n

 

 

Wir brauchen ein wehrhaftes Volk! Die Aufrüstung Deutschlands ist eine Frage der Ehre und Notwehr!

 

Weg mit dem Versailler Vertrag, Rüstung

 

"Die Polen sind nicht fähig, Länder zu regieren und zur Blüte zu bringen."

 

Revision der östlichen Grenzen

 

Wahrhaft deutscher Geschichtsunterricht im Sinne von Paul Hindenburg, Erich Ludendorff und Wolfgang Kapp

 

Dolchstoßlegende
Novemberverbrecher

 

Hauptgegner: SPD, KPD (Arbeiterbewegung)

 

Hauptgegner: SPD, KPD (Arbeiterbewegung)

antisemitische Tendenzen

 

antisemitisches Programm

 

 

monarchistisch - Hindenburg als Ersatzmonarch

 

Abschaffung der Parteien (Hitlers Göttinger Rede 21.7.1932), Führerprinzip, antidemokratisch

 

"Lasst die alten Fahnen wehen. Deutsch-National bringt Auferstehen."

 

Politik der nationalen Erhebung

 

Indirekte Anerkennung der Klassenstruktur

 

Volksgemeinschaftsideologie

 

Kampagne "ehrlicher Staat"
Ein Volk, ein Gott, ein Vaterland.

 

gegen die Weimarer Republik mit Kampf gegen die Bonzen

 

Befreiung Deutschlands von inneren und äusserer Knechtschaft - wider den "Erfüllungsgehilfen" in der Regierung

 

gegen die "Erfüllungspolitik"

 

Distanz gegenüber dem Völkerbund

 

Ablehnung des Völkerbundes


U   n   t   e   r   s   c   h   i   e   d   e

 

Selbstbild: konservativ

 

Selbstbild: modern

 

stolzes Bürgertum

 

Pflege der nationalen Arbeiterschaft

 

 

Profitinteressen

 

Volksgemeinschaft
"Gemeinschaftsinteressen"

 

"Kapital etwas an sich sehr Ehrliches." Kapital ist Ersparnis.

 

kritisiert den spekulativen Charakter des Kapitals

 

Monarchistisch bis Parteienherrschaft - insgesamt unklare Vorstellungen


NSDAP-Alleinherrschaft

 

freier Markt

 

Ablehnung des liberal-kapitalistischen Denkens

Weg vom Staatssozialismus

 

Markt mit Lenkungsfunktion gegenüber der Großwirtschaft

 

 

sozial, aber nicht sozialistisch

 

nationaler Sozialismus

 

Mit der Gleichheit geht alle Wirtschaft und Gerechtigkeit zum Teufel.

 

Interessenausgleich
über die Staat

keine Begrenzung der Einkommen

 

Herabsetzung der öffentlichen Spitzengehälter und Selbstbeschränkung beim Einkommen

 

 

Zur NSDAP: "Unsere Kameraden."

 

 

Zur DNVP: "Ihr fehlt die Staatsidee!"

 

 

"Jeder wird betreut, von der Wiege bis zur Bahre. Danach ist das Verantwortungsbewusstsein des Menschen zerstört."

 

Wohlstand des Volkes.

 

 

Der gemeinsame Gegner

Für die NSDAP und DNVP ist die SPD und natürlich KPD der Hauptfeind.

Die Deutschnationalen und Nationalsozialisten eint der Kampf gegen die Arbeiterparteien, den Marxismus und Pazifismus. Sie möchten, wie NSDAP-Kreisleiter Friedrich Uebelhoer (25.7.1932) sagt:

"dem marxistischen System das Genick brechen".

"Es ist schwer für die Sozialdemokratie," behauptet der DNVP-Ortsvorsitzende von Naumburg Doktor phil. nat. Wolfgang Schöbel (4.7.1931), "die Massen darüber hinwegzutäuschen, dass ihre Regierung das Volk in Not und Elend geführt hat und noch führt."

"Was nützen Waffen, wenn der Geist verfehlt, der sie richtig führen kann. Und dieser Geist wird heute planmäßig zersetzt: Marxismus, Materialismus, Pazifismus werden eingesetzt zur körperlichen und geistigen Vernichtung. Das Ende davon muß sein: Der Ausverkauf Deutschlands. Politisch und wirtschaftlich." (NSDAP-Versammlung 21.2.1930)

"Tiefste Empörung herrschte überall über das Verbot der SA. und SS.", äußert sich der DNVP-Landtagsabgeordnete Dr. Everling auf einer Versammlung am 14. April 1932 in den Ratskellersälen vor seinen Parteifreunden. "Aus Kameradschaft spreche er den Nationalsozialisten sein tiefstes Bedauern über das Vorgehen der Regierung aus." (Schöbel/Everling) Doktor Schöbel, Vorsitzender des DNVP-Kreisvereins Naumburg, charakterisiert in seiner Begrüßungsrede zur Kundgebung in den Ratskellersälen am 20. April 1932 die von der Presse aufgestellte Behauptung, dass deutschnationale Minister sich in einigen Ländern für ein SA- und SS-Verbot eingesetzt haben, als Wahllüge. (Vgl. Schöbel/Doehring)


Keine sozialistischen Experimente

Kein Raum für sozialistische Experimente, wir müssen zurück zur Privatwirtschaft, lautet die Maxime der DNVP 1932. (Vgl. DNVP 25.7.1932) "Unser Hauptkampf gilt dem volksverderbenden Sozialismus. Wir alle haben genug vom Marxismus, der Lehre des Juden Marx, vom Klassenkampf, vom Internationalismus." (DNVP 31.10.1932) Das ist die Gegenreaktion auf gewachsene Zustimmung zur Arbeiterbewegung der Stadt. Für ihre sozialen Forderungen zeigen die Deutschnationalen kein Verständnis. Den in den letzten 13 Jahren herrschenden Staatssozialismus, wie sie nicht müde werden zu wiederholen, lehnen sie ab. Wörtlich:

"Heute sind wir zum Fürsorgestaat herabgesunken. Jeder wird betreut von der Wiege bis zur Bahre. Dadurch ist das Verantwortungsgefühl des einzelnen Menschen zerstört." (DNVP 25.7.1932)

Wie denn das? Ein Fürsorgestaat mit Mangel an Fleisch, Eiern und Fisch, mit Lebensmittelkarten, Hamsterfahrten, Schlange stehen, grassierendem Hunger, epidemischer Tuberkulose, mit Hyperinflation und Massenerwerbslosigkeit? Zeigen die Bilder von Otto Dix, George Grosz, Käthe Kollwitz, Otto Nagel oder Heinrich Zille etwa das Leben im Paradies?

 

Sorgen der Hausbesitzer

"In dem jetzigen angeblich privatwirtschaftlichen System wird statt der früheren Grundvermögenssteuer der Gemeinden von 100 Prozent eine staatliche Grundvermögenssteuer von 100 Prozent erhoben, wozu ein staatlicher Zuschlag … " und so weiter und sofort. "Durch alles dies ist der Zustand geschaffen, daß der Hausbesitzer durchschnittlich 82 Prozent der gesamten Mieten an den Staat abführen muß, ehe er etwas für die Arbeiten zur Erhaltung und Verbesserung seines Hauses ausgeben kann."

(Aus einer DNVP-Wahlversammlung 1932 in Naumburg, DNVP 25.7.1932)

 

Die "immer teuerer werden Sozialmaßnahmen" ruinieren den Staat, sagen die Deutschnationalen. "Ihr solltet euch allesamt was schämen, von den armen Staat noch Geld zu nehmen!", karikiert 1930 Kurt Tucholsky in Die freie Wirtschaft diese Politik.

Worauf die Deutschnationalen mit dem Staatssozialismus verweisen, sind die in der Weimarer Republik stark gestiegenen Sozialleistungen. Der Personenkreis für den Empfang von Leistungen erhöhte sich in der Stadt Naumburg von 1913 0,8 Prozent auf 1932 17,3 Prozent. (Vgl. Einkommen)

Schon aus taktischen Gründen weist die NSDAP Naumburg den Sozialismus-Vorwurf seitens der Deutschnationalen energisch zurück, obwohl sie ihn dann in der Erklärung vom 23. Juli 1932 selbst wieder gebraucht. Ihr Spiel mit dem Begriff dient demagogischen Zwecken. In der Erwiderung setzt die NSDAP sich klar von der Hugenberg-Partei ab, wenn sie ihr vorwirft, "soziale Taten" könne sie nicht vollbringen, weil ihr der "soziale Geist" fehlt. Tatsächlich geht die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei mit der Arbeiterschaft anders um als die Deutschnationalen. Paradigmatisch hierfür Uebelhoers Sätze von 1924 in Naumburg:

"Die gebildete Schicht hat ein schweres Versäumnis wieder gutzumachen: Sie vergaß früher, daß es einen vierten Stand gab. Sie kannte nicht die Seele des deutschen Arbeiters. So konnte der deutsche Arbeiter nur allzu leicht eine Beute der jüdischen Umarmung werden." (24.11.1925)

Zugleich ermahnte er damals das Naumburger Bildungsbürgertum, sich endlich mit der Bewegung zu befassen.

Mit dem Sozialismus kommt letztlich die Frage nach dem Privateigentum und der Wirtschaftsform auf. Dazu nehmen die Naumburger Nationalsozialisten eine klare Haltung ein. In der Presseerklärung der NSDAP-Kreisleitung Naumburg vom 23. Juli 1932 teilen sie mit: "Aus unserem Schrifttum geht klar hervor, daß wir nicht die kollektivistische Wirtschaftsreform in der Hand des Staates unter Ausschaltung des selbständigen Unternehmertums aus dem Mittelstand wollen. Gerade weil wir Sozialisten sind, treten wir für die Aufrechterhaltung des Privateigentums ein. Denn ohne Privateigentumsrecht gibt es kein Streben, keine freie Entfaltung der im Volk vorhandenen schöpferischen Kräfte und Persönlichkeitswerte. Wir lehnen als wahre Sozialisten den Gedanken der Gleichmacherei als volkswirtschaftlichen Wahnsinn mit aller Entschiedenheit ab. Wir treten für unbedingte soziale Gerechtigkeit ein. Unser Grundsatz lautet nicht, Alles gehört allen, und Eigentum ist Diebstahl, sondern: `Jedem das Seine`, d.h. jedem das, was ihm auf Grund seiner im Interesse des Volksganzen gelegenen Leistungen gebührt. Der Nationalsozialismus ist schroffster Gegner einer marxistischen Sozialisierung …"

Am 1. Juni 1932 übernimmt Franz von Papen (1879-1969) das Amt des Reichskanzlers von Heinrich Brüning. Drei Tage später gibt er die Auflösung des Reichstages bekannt und spricht von der Misswirtschaft der Parlamentsdemokratie. Das ist der Übergang von parlamentarischen zu autoritären, diktatorisch-faschistischen Verhältnissen.

Zusammen mit der Gewerkschaft und sympathisierenden Bürgern protestieren am 6. Juli in Naumburg die Linken

Gegen den Terror der braunen System-Armee Hitlers, gegen Entdemokratisierung, Sozialabbau und Arbeitslosigkeit.

In der Nacht vom 8. zum 9. Juli (1932) überfallen die Nazis den Spechsart-Konsum.

 

 

Der Preussenschlag

Am Montag, den 25. Juli 1932 laden die Deutschnationalen zur Wahlkampf-Veranstaltung in den Ratskeller. Doktor Georg Schiele (Naumburg) ist wegen Krankheit verhindert. Sein Freund Pfarrer Gottfried Traub (1869-1956) springt ein und eröffnet die Rede mit dem Hinweis auf die jüngsten Ereignisse:

"Ich komme gerade aus Berlin. Der alte Stall ist dort ausgemistet worden. Was wir so oft gewünscht, ist geschehen. Severing [Preußischer Innenminister, SPD], Grzesinski [Polizeipräsident von Berlin, SPD] und Konsorten [Otto Braun, Ministerpräsident] sind verschwunden." (Traub)

Es ist der Preussenschlag, den die Deutschnationalen hier überschwänglich feiern. Franz von Papen setzte am 20. Juli die Regierung in Preussen ab und rief mit der Begründung, dass die "öffentliche Sicherheit und Ordnung" gefährdet sei, den Ausnahmezustand für Berlin und Brandenburg aus.

Obwohl die NSDAP bei den Landtagswahlen am 24. April 1932 viele Stimmen gewann, reichte es nicht zur Mehrheit. Das konnte für sie, wie Carl von Ossitzky im Mai 1932 vermutet, nur als Anreiz wirken, "den Sturm so bald wie möglich wieder aufzunehmen." Dazu bot sich ihnen der Altonaer Blutsonntag vom  17. Juli an. Bei einem Werbemarsch der NSDAP durch die Stadt sterben 18 Menschen und drei Polizisten erleiden Verletzungen. Bereits sechs Tage vor dem Putsch unterzeichnete Reichspräsident Hindenburg eine undatierte Notverordnung, die Franz von Papen als Wortführer des rechten Flügels der Zentrumspartei zum Reichskommissar für Preußen bestimmt.

Vier Tage vor dem Putsch befasste sich der SPD-Parteivorstand mit der politischen Lage. Otto Wels vom Parteivorstand, Franz Künstler von der Berliner Parteiorganisation, Theodor Leipart als ADGB-Vorsitzender und Karl Höltermann, Vorsitzender des Reichsbanners, überfiel auf der Sitzungsrunde am 20. Juli ein lähmender Schock. Ihre jahrelange Erziehung zu nüchternen Realpolitikern hemmte ihre Entschlusskraft. (Vgl. SPD 139) Obwohl die preussische Polizei nach dem Urteil von Wilhelm Hoegner (1887-1980) durch Zehntausende erprobter Reichsbannerleute verstärkt werden müssen, wird die rote Festung Preussen preisgegeben. "Aber die deutsche Sozialdemokratie besaß schon damals nicht mehr die Kraft zu einer entschlossenen Tat, es reichte gerade noch zu einer kraftmeierischen Geste. …." (Hoegner 32 f).

"Der Ausgang des 20. Juli 1932 [Preussenschlag] hat Nazis und Papenregierung zuversichtlich gemacht!" (Albert Grzesinski)

 

 

Die Reichstagswahlen am 31. Juli

Plakat Der Arbeiter im Reich des Hakenkreuzes! - Darum wählt Liste 1 Sozialdemokraten! Reichstagswahl 31. Juli 1932. Künstler: Karl Geiss.

Regierungsrat Doktor Hans Fabrcius (1891-1945), ab November 1932 Geschäftsführer der NSDAP-Reichstagsfraktion, spricht am 22. Juli 1932, abends 8.30 Uhr im Ratskeller von Naumburg über Unsere Stellung zur Hausbesitzerfrage und zum Berufsbeamtentum.

Mahnend hebt der Bund Königin Luise die Stimme: Deutschland steht mit den Reichstagswahlen vor einer "schicksalsschweren Entscheidung". Ihre Führerin Frau Ziegler ruft zum 28. Juli abends alle Bürger zur Besprechung der wichtigen nationalen Belange in den Saal des Kuchenhauses. Hier erklärt sie, "dass einzig und allein die Rechtsparteien für die Kameradinnen in Betracht kämen, denn die Linke hätte zwar Friede - Freiheit - Brot versprochen, doch lehrten die Zustände unter der schwarz-roten Regierung, dass wir uns im Gegenteil immer mehr von Friede, Freiheit und Brot entfernten." Wehrwolf und Stahlhelm treiben eine ganz ähnliche Wahlpropaganda.

Am 29. Juli abends 7 Uhr bittet die NSDAP-Ortsgruppe Naumburg auf den Sportplatz am Ostbahnhof zur Kundgebung. Prinz August Wilhelm von Preussen (1887-1948) spricht zum Thema:

Preußen - Deutschlands Rettung durch Adolf Hitler.

Der Vorverkauf der Eintrittskarten zum Preis von 2 bis 0,50 Reichsmark erfolgt in der Nationalsozialistischen Bücherstube am Steinweg 11. Ab 5 Uhr beginnt der Einlass. Zur Unterhaltung spielt die NS-Kapelle.

 


Wahlen zum Deutschen Reichstag 1932

Naumburg Stadt

 

 
31. Juli
6. November
 
Naumburg
Reich
Naumburg
Reich
 
Stimmen
Prozent
Prozent
Stimmen
Prozent
Prozent
NSDAP
8834
45,9
37,4
6005
32,8
33,1
DNVP
3797
19,7
5,9
5697
31,1
8,8
SPD
2915
15,2
21,6
2851
15,6
20,4
KPD
2590
13,5
14,6
2697
14,7
16,9
DVP
414
2,2
1,2

553

3,0
1,9

Zentrum

320
1,7
12,5
314
1,7
11,9
DDP / DStP
172
0,9
1,0
146
0,8
1,0
WP
59
0,3
       

RP

     
10
0,1
 

BVP

   
3,2
   
3,1
Christlich-Soziale
62
0,3
 
30
0,2
 
Deutsches Landvolk
2
   
3
   
Andere
74
0,4
2,6
   
2,9
   
100
100
 
99,5
100
 
19240
   
18306
   

Wahlbeteiligung

89 Prozent

 
84 Prozent
 

 

Abkürzungen

BVP - Bayerische Volkspartei

DVP - Deutsche Volkspartei

DStP - Deutsche Staatspartei

KPD - Kommunistische Partei Deutschlands

NSDAP - Nationalsozialistische Arbeiterpartei Deutschlands

SPD - Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Zentrum - Zentrum Partei

 

 

Die Deutsche Volkspartei (DVP) erhielt am 20. Mai 1925 zur Reichstagswahl 10,5 Prozent der Stimmen. Bei den preussischen Landtagswahlen am 24. April 1932 waren es 2,4 Prozent. Jetzt - am 31. Juli - sind es in Naumburg nochmal 0,2 Prozent weniger, also 414 Bürger. Ein Symptom für den Niedergang des Liberalismus. Als Geisteshaltung und Lebensprinzip der Toleranz, Offenheit und Fähigkeit zur konstruktiven Kritik an den Verhältnissen, bedurfte die Stadt ihn dringend.

Einen katastrophalen Zusammenbruch, erklärt der Volksbote (Zeitz) drei Tage nach der Wahl, erlebten am 31. Juli die Naumburger Strategen Eix und Hagemann von der Wirtschaftspartei. Sie schrumpfen auf die Stärke eines Pfeifenclubs zusammen.

Unter der Überschrift

"Marxisten-Wahlerfolg in Kappstadt
Der Erfolg verzweifelter Schwindeleien!".

wertet am 3. August 1932 der Volksbote (Zeitz) die Reichstagswahlen vom 30. Juli aus und schreibt:

"Das Ergebnis der Reichstagswahlen hat in Naumburg auf vielen Seiten eine große Enttäuschung gebracht. Alle Berechnungen haben sich als trügerisch erwiesen, ja namentlich die Prophezeiung, daß die Sozialdemokratie als bescheidener Überrest aus dem Wahlkampf hervorgehen würde. Daß unser Stimmenanteil sogar noch ein kleines Plus zeigt, dürfte die bitterste Enttäuschung für unsere Gegner sein."

"Die Wunschträume der Nazis, den Marxismus auszurotten, sind nicht nur unerfüllt geblieben; dieser Marxismus hat eine wesentliche Stärkung auch in dem reaktionären Naumburg erfahren; denn auch die KPD. hat, entgegen allen Erwartungen, den bei der Landtagswahl erlittenen Verlust nicht nur aufgeholt, sondern auch noch eine beträchtliche Zunahme erfahren."

Hier deutet sich vorsichtig an, was wenig später den Arbeiterparteien (mit) zum Verhängnis wird, die Neigung zur Beschönigung der eigenen politischen Fehler. Denn in Wahrheit sind die Wahlen vom 31. Juli 1932 kein Marxisten-Wahlerfolg.

Ein Vergleich der Ergebnisse der Reichstagswahlen vom 14. September 1930 und 31. Juli 1932 für die Stadt Naumburg ergibt Folgendes:

DNVP: 18,2 / 19,7,
NSDAP: 31,3 / 45,9,
SPD: 16,7 / 15,2  und
KPD: 12,0 / 13,5 Prozent.

Die Wahlauswertung der Arbeiterzeitung aus Zeitz scheut die Erinnerung an das strategische Wahlziel der SPD: Sie kündigte die Reichstagswahl am 30. Juli als Rückspiel zum Preussenschlag an, was sie unbedingt gewinnen wollten. Doch das Vorhaben scheiterte. Nur 22 Prozent der Wähler wollten ihr die Politik anvertrauen. Sie bezahlt damit den Preis für die Tolerierung der Brüningschen Wirtschafts- und Sozialpolitik (1930-1932). Der Politik des kleinsten Übels bringen viele Wähler kein Verständnis mehr entgegen.

"Das Volk war der Seiltänzereien [der Tolerierungspolitik gegenüber Brüning] müde",

urteilt SPD-Reichstagsabgeordneter Wilhelm Hoegner (1887-1980).

In Naumburg gründete sich eine SAP-Gruppe, was auf hartnäckige Auseinandersetzungen um diese Frage schliessen lässt.

Im Unterschied zur SPD konnte die KPD [ 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 1112.] im Sommer 1932 ihr Wahlergebnis verbessern (12,0 / 13,5 Prozent). Deshalb wohl Marxisten-Wahlerfolg in Kappstadt. Aber für die NSDAP stimmten 45,9 Prozent der Wähler. Den politischen Bürger überraschte das nicht, war er doch Augenzeuge des Aufschwungs der Hitler-Partei und ihres Wandels zur Volkspartei.

Deutschlandweit erreicht die NSDAP bei den Juli-Wahlen mit 37 Prozent der Stimmen ihr bisher bestes Ergebnis. Hitler bekommt vom Präsidenten den Posten des Vizekanzlers angeboten. Er will die Macht nicht teilen und lehnt ab.

"Das Aufblühen der Nazis ist", schätzt der Volksbote (Zeitz), "lediglich auf Kosten der bürgerlichen Parteien erfolgt. So steht einwandfrei fest, daß die Mehrzahl der Naumburger Geschäftsleute unter den Fittichen der Nazis segeln, eine Tatsache, aus der die Arbeiterschaft die notwendige Schlussfolgerung ziehen muss."

 

 

Die Reichstagswahlen am 6. November 1932

Im Herbst `32 kommt es zu vielen Streiks. Einen Tag nach der November-Wahl endet der BVG-Streik. Für die KPD erstimmen

am 6. November 1932 zu den Reichstagswahlen

die vor allem die unzufriedenen Arbeiter 100 Mandate (16,9 Prozent). Das sind 11 Mandate mehr als bei den letzten Wahlen. Der Stimmenanteil der Arbeiterparteien steigt von 36,2 auf 37,2 Prozent an.

Die NSDAP verliert im Vergleich zum Juli 4,5 Prozent der Stimmen, was etwa zwei Millionen Wähler oder 34 [35] Mandate entspricht. Hitler kommt sein koalitions-taktisch wirres politisches Spiel teuer zu stehen.

 

 

Während die DNVP im Reich zwischen 5 bis 9 Prozent der Stimmen erhält, steigt ihr Anteil in der Stadt von 19,7 Prozent im Juli auf 31,1 Prozent im November `32 an. Während der Volksbote (Zeitz) ihre Anhänger in feudalen Kreisen lokalisierte, waren es weniger höfische, aristokratische oder monarchistische Wählerschichten, sondern die streng nationale Familie, die hier ihren Machtanspruch artikulierte. Im November `32 entscheiden sich in Naumburg 32,8 Prozent der Wähler für die NSDAP, was im Vergleich zur Wahl am 31. Juli ein Minus von 13,1 Prozent bedeutet. Nicht selten wird deshalb die Ansicht vertreten, dass dies auf eine entscheidende und dauerhafte Schwächung der NSDAP hindeutet. Ihr Zenit ist überschritten und sie ist vom Weg zur Macht abgebracht, kann man so oder ganz ähnlich öfters lesen. Manchen erschien die November-Wahl sogar als demokratischer Hoffnungsschimmer. Die "Gewerkschafts-Zeitung" beurteilte den Wahlausgang optimistisch. "Der Stimmenrückgang der NSDAP galt als Indiz für die bevorstehende Auflösung dieser Partei." (Grebing 68)

Derartige Einschätzungen überschätzen die arithmethischen Ergebnisse der Wahlen und konzentrierten sich auf die Bewegung institutioneller Strukturen. Sie vernachlässigten aber folgende Tendenzen:

  • Auch wenn sich volkswirtschaftlich Anzeichen eine Erholung zeigen, die Verelendung breiter Volksmassen hält an.
  • Plakat Gegen Hitler, Papen, Thälmann. Liste 2 Sozialdemokraten zur Reichstagswahl am 6. November 1932

    Zur symbolischen Bedeutung der drei Pfeile siehe auch Eiserne Front.

     
    Plakat Sozialdemokraten! Liste 2. Reichstagswahl 6. November 1932. Künstler: Otto Baumberger
    Immer weniger Bürger vertrauen den Parteien. Die Krise des Parlamentarismus, worüber 1931 der SPD-Parteitag befand, ist nicht überwunden.

  • Adolf Hitler läutet am 21. Juli 1932 mit der Göttinger-Rede die Auflösung der Parteien und somit das Ende der Demokratie ein. Obwohl das Problem öffentlich gut wahrnehmbar, regte es kaum jemanden auf. Von Empörung, nichts zu spüren. Beim Bürger nicht, beim Wahlkämpfer nicht.

  • Wie wollte der Hindenburg-Block im Frühjahr `32 mit ihrem Kandidaten, der weder Demokrat noch Republikaner, dem etwas entgegensetzen, wenn er sich als "Sinnbild der Volksgemeinschaft" verstand und die "Überwindung des Parteiengeistes" ankündigte?

  • Die NSDAP strebt nach staatlicher Alleinherrschaft. Es war unschwer vorauszusehen, dass sie nicht vor Terror und Gesetzlosigkeit zurückschreckt. Die Bewegung gründet ihre Macht nicht nur auf Wahlkampagnen, politisches Taktieren und physische Angriffen auf Gegner, sondern vor allem auf einer antidemokratischen Gegenkultur, die lange vor 1933 entstanden und in Teilen der Gesellschaft gepflegt wurde.

  • Die vaterländischen Verbände schüren weiter den Hass auf den Westen. Mit ihrem Versprechen einer revisionistischen Politik, treiben sie den nationalsozialistisch-deutschnationalen Machtblock Wählerstimmen zu.

  • Um 1930 führt die NSDAP in der Propaganda den aggressiven Nationalismus mit der Rassenideologie zusammen. Ihr gelingt es, die Massenbasis auszuweiten. Sie ist eine sogenannte Volkspartei. Auf der Grundlage der starken Wahlergebnisse der DNVP wächst die Gefahr der Bildung eines nationalsozialistisch-deutschnationalen Machtblocks.

 

 

 

Braun, Otto: Ich wähle Hindenburg. "Vorwärts. Berliner Volksblatt. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands". Berlin, den 10. März 1932

[BRIV] Nicht Hindenburg-Ausschuss - Nicht Eiserne Front. "BRIV. Organ des Bundes revolutionärer Industrie-Verbände". 5. Jahrgang, Nummer 4, Berlin, den 15. Februar 1932

Das amtliche Gesamtergebnis. "Naumburger Tageblatt", Naumburg den 15. März 1932

[DNVP] Der Abschluß des Naumburger Wahlkampfes. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 6. Dezember 1924

[DNVP] Deutschnational - vorwärts oder rückwärts? "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 10. April 1928

[DNVP] Versammlung der Deutschnationalen Volkspartei. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 23. Juli 1932

[DNVP/NSDAP] Nationalsozialisten und Deutschnationale. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 23. Juli 1932

[DNVP] Deutschnationale Wahlversammlung. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 25. Juli 1932

[DNVP] Volksfeind Sozialismus. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 31. Oktober 1932

Düwell, Bernhard: Einheit der Aktion und Parteidisziplin. E. Laubsche Verlagsbuchhandlung, Berlin 1931

Falter, Jürgen, Thomas Lindenberger und Siegfried Schumann: Wahlen und Abstimmung in der Weimarer Republik. Materialien zum Wahlverhalten 1919-1933. Verlag C.H. Beck, München 1986

Grebing, Helga: Gewerkschaftliches Verhalten in der politischen Krise der Jahre 1930-1933. 43. Jahrgang. Berlin 1933. In: Gewerkschafts-Zeitung. Organ des allgemeinen Gewerkschaftsbundes. Jahrgänge 1929-1933. Mit einem Anhang. Gewerkschaften in der Krise von Helga Gierbing, Michael Schneider und Klaus Schönhoven. Reprints der Sozialgeschichte bei J.H.W. Dietz, Nachfolger, Herausgeber Dieter Dowe

Grundsätze der Deutschnationalen Volkspartei [Wahlen zum Preußischen Landtag am 28. April 1928]. In: Handbuch für den Preußischen Landtag 1928. Ausgabe für die 3. Wahlperiode (von 1928 ab). Herausgegeben vom Büro des Preußischen Landtages. Berlin, Juli 1928. R. v. Decker`s Verlag, Berlin 1928, Seite 180 bis 191

Grzesinski, Albert, Brief an Otto Wels (Berlin). In: Erich Matthias: Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Das Ende der Parteien 1933. Veröffentlichung der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Herausgegeben von Erich Matthias und Rudolf Morsey, Droste Verlag, Düsseldorf, Seite 226

Herlemann, Beatrix: Die Republikschutzorganisation "Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold", 1924 gegründet in Magdeburg. In: Beiträge zur Geschichte der Sozialdemokratie in Sachsen-Anhalt. Herausgeber: SPD-Landesverbandes Sachsen-Anhalt, Historische Kommission: SPD-Geschichte in Sachsen-Anhalt: Vielfältig und einzigartig. 2004, Heft 2, Seite 11 ff.

Hofmann, Robert: Geschichte der deutschen Parteien. Von der Kaiserzeit bis zur Gegenwart. Piper Verlag, München Zürich 1993

Hoegner, Wilhelm: Flucht vor Hitler. Erinnerung an die Kapitulation der ersten deutschen Republik 1933. Nymphenburger Verlagshandlung, München 1977

[Königin Luise-Bund] Der Ruf an den Bund Königin Luise. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 30. Juli 1932

Marxisten-Wahlerfolg in Kappstadt. Der Erfolg verzweifelter Schwindeleien! "Volksbote. Sozialdemokratisches Organ für die Kreise Zeitz, Weissenfels, Naumburg". Zeitz, den 3. August 1932

Müller, Hermann: Zur Reichstagswahl am 20.5.1928. Tondokumente aus der Zeit der Weimarer Republik

[NSDAP-KL] Adolf-Hitler-Werbung der NSDAP-Kreisleitung Naumburg. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 12. März 1933

Nun drauf, schlagt die Faschisten! "Volksstimme", Tageszeitung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei im Regierungsbezirk Magdeburg, Sonnabend/Sonntag, Magdeburg, den 27./28. Februar 1932

Ossietzky, Carl von: Hindenburg sein Ruhm. Die Weltbühne. Berlin, 27. September 1927. In: Carl von Ossietzky: Rechenschaft. Publizistik aus den Jahren 1913-1933. Aufbau Verlag, Berlin und Weimar 1970, Seite 110 bis 114

Ossietzky, Carl von: Hindenburg sein Ruhm. Die Weltbühne. Berlin, 27. September 1927. In: Carl von Ossietzky: Rechenschaft. Publizistik aus den Jahren 1913-1933. Aufbau Verlag, Berlin und Weimar 1970, Seite 110 bis 114

Ossietzky, Carl von: Wahlkampf: der Hindenburg-Block. Die Weltbühne . XXVI. Jahrgang, Nummer 34, Berlin, 19. August 1930, Seite 255 bis 260

Ossietzky, Carl von: Zum Leipziger Parteitag. Die Weltbühne. Berlin, den 2. Juni 1931. In: Carl von Ossietzky: Rechenschaft. Publizistik aus den Jahren 1913-1933. Aufbau Verlag, Berlin und Weimar 1970, Seite 222 bis 225

Ossietzky, Carl von: Gang eins. Die Weltbühne. Berlin, 1. März 1932. In: Carl von Ossietzky: Rechenschaft. Publizistik aus den Jahren 1913-1933. Aufbau Verlag, Berlin und Weimar 1970, Seite 249 bis 255 [Zur bevorstehenden Präsidentenwahl am 13. März 1932]

Ossietzky, Carl von: Gang zwei. Die Weltbühne, 22. März 1932, Nummer 12, Seite 427 bis 431 [Zur Preussenwahl am 24.April 1932]

Ossietzky, Carl von: Ein runder Tisch wartet. Die Weltbühne. Berlin, 3. Mai 1932. In: Carl von Ossietzky: Rechenschaft. Publizistik aus den Jahren 1913-1933. Aufbau Verlag, Berlin und Weimar 1970, Seite 256 bis 261 [Zur Preussenwahl am 24. April 1932]

Ossietzky, Carl von: Rechenschaft. Die Weltbühne, XXVIII Jahrgang, Nummer 19, 10. Mai 1932, Seite 689 bis 709. In: Carl von Ossietzky: Rechenschaft. Publizistik aus den Jahren 1913-1933. Aufbau Verlag, Berlin und Weimar 1970, Seite 262 bis 291

Ossietzky, Carl von: Antisemiten. Die Weltbühne. Berlin, 19. Juli 1932. In: Carl von Ossietzky: Rechenschaft. Publizistik aus den Jahren 1913-1933. Aufbau Verlag, Berlin und Weimar 1970, Seite 292 bis 306

Papen, Franz von Regierungserklärung vom 4. Juni 1932. In: Akten der Reichskanzlei. Weimarer Republik” online. http://www.bundesarchiv.de/aktenreichskanzlei/1919-1933/0000/vpa/vpa1p/kap1_2/para2_7.html, 2009

[Papen, Rede] Deutschland verlangt wieder Platz an der Sonne. Reichskanzler von Papen über die Absichten seiner Regierung. Weg mit der Kriegsschuldlüge! Deutschland braucht Kolonien. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 29. Juli 1932

Programmerklärung zur nationalen und sozialen Befreiung des deutschen Volkes. Proklamation des ZK der KPD vom 24. August 1930. In: Thälmann, Ernst: Reden und Aufsätze zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. Band 2. Auswahl aus den Jahren November 1928 bis September 1930, Dietz Verlag, Berlin 1956, Seite 530ff.

Schlagt Hitler. An die Partei! Genossinnen und Genossen! [Aufruf der SPD zu den Reichspräsidentenwahlen]. "Der Vorwärts. Berliner Volksblatt. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands". Berlin, den 27. Februar 1932

Dr. Schöbel [, Wolfgang]: Mitgliederversammlung der Deutschnationalen Volkspartei am 10. Juli 1931. "Naumburger Tageblatt", Naumburg 14. Juli 1931

[Schöbel/Everling] Aus der Parteibewegung. Öffentliche Versammlung der Deutschnationalen Volkspartei am 14. April 1932. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 18. April 1923

[Schöbel/Doehring] Aus der Parteibewegung. Öffentliche Versammlung der Deutschnationalen Volkspartei am 20. April 1932. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 23. April 1932

Schwarz-Rot-Gold und Schwarz-Weiß-Rot. Mitteldeutsche Wahlzeitung, Nummer 1, 22. November 1924, Seite 3

Sprechende Zahlen aus Naumburg. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 20. April 1932

[SPD] Susanne Miller / Heinrich Potthoff: Kleine Geschichte der SPD. Darstellung und Dokumentation. Verlag Neue Gesellschaft GmbH, Bonn 1983

Thälmann, Ernst: Wir stürmen für Sowjetdeutschland! Rede in Hamburg am 8. August 1930. Hamburger Volkszeitung, 13. und 14. August 1930. In: Ernst Thälmann: Reden und Aufsätze zur Geschchte der Arbeiterbewegung. Band 2. Auswahl aus den Jahren 1929 bis September 1930. Dietz Verlag, Berlin 1956, Seite 251 ff.

[Traub] Aus der Parteibewegung. Versammlung der deutschnationalen Volkspartei. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 28. Juli 1927

Uebelhoer, Friedrich auf einer Wahlversammlung der Nationalsozialistischen Freiheitspartei am 13. November 1925. "Naumburger Tageblatt", 14. November 1925

[Uebelhoer, Presseerklärung] Nationalsozialisten und Deutschnationale. Unsere Antwort an die DNVP. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 23. Juli 1932

Versammlungsbericht der NSDAP. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 14. April 1932 NSDAP

[Vorstand] Schlagt Hitler. Darum wählt Hindenburg. Der Vorstand der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Deutschlands. "Volksstimme", Tageszeitung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei im Regierungsbezirk Magdeburg, Sonnabend/Sonntag, Magdeburg den 27./28 Februar 1932

Wahlaufruf. An das deutsche Volk! [Deutschnationale Volkspartei] In: Handbuch für den Preußischen Landtag. Ausgabe für die 3. Wahlperiode (von 1918 ab). Herausgegeben vom Büro des Preußischen Landtages. Berlin 1918. R. v. Deckers Verlag (G. Schenk), Berlin 1918, Seite 190 bis 192

[Wahlen] Wer für Thälmann stimmt wählt Hitler!. "Lübecker Volksbote. Tageszeitung für das arbeitende Volk". Lübeck, den 3. März 1932

[Wahlversammlung] Die 2. deutschnationale Wahlversammlung. Lehrer und Arbeiter als Redner: "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 16. Mai 1928

Wie Naumburg wählte. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 14. März 1932

 

 

Siehe auch: Deutschnationale, Konsum, Wirtschaftskrise, Armut, Erwerbslosigkeit, Wohnungslage

 

 

Bilder

Plakat Der Arbeiter im Reich des Hakenkreuzes! - Darum wählt Liste 1 Sozialdemokraten! Reichstagswahl 31. Juli 1932. Künstler: Karl Geiss. Friedrich-Ebert-Stiftung. Archiv. www.fes.de, Archiv der sozialen Demokratie, Download Angebote, 2008

Plakat Gegen Hitler, Papen, Thälmann. Liste 2 Sozialdemokraten zur Reichstagswahl am 6. November 1932. Friedrich-Ebert-Stiftung. Archiv. www.fes.de, Archiv der sozialen Demokratie, Download Angebote, 2008

Plakat Sozialdemokraten! Liste 2. Reichstagswahl 6. November 1932. Künstler: Otto Baumberger. Friedrich-Ebert-Stiftung. Archiv. www.fes.de, Archiv der sozialen Demokratie, Download Angebote, 2008

  Autor: Detlef Belau


Geschrieben:
7. Juni 2010

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